Umstellungsoperation

Grundsätzliches:

Bei einem O-Bein wird das Körpergewicht haupt­säch­lich über die innere Knie­gelenks­hälfte übertragen; bei einem X-Bein über die äußere Kniegelenkshälfte. Dies führt infolge der einseitigen, übermäßigen Ge­wichts­be­lastung zu einem frühzeitigen Verschleiß der betroffenen Kniehälfte. Unter der Voraus­setzung, dass die nicht betroffene Kniehälfte noch gesund ist und guten Knorpel aufweist, ist dann eine Um­stel­lungs­operation sinnvoll. Dies bedeutet die operative Veränderung der Knochenachse, so dass das Gewicht auf die gesunde Kniehälfte verlagert wird. Beim Gehen wird dann intakter Knorpel be­lastet und der abgenutzte Anteil schmerzt nicht mehr, weil er nicht mehr belastet wird.

Die Operation ist anspruchsvoll. Sie hat den Nachteil, dass man nach der Operation längere Zeit an Krücken gehen muss. Deshalb wird der Eingriff in der Regel bei Patienten über 70 Jahren nicht mehr vorgenommen. Der Vorteil der Operation besteht darin, dass der Patient sein eigenes Kniegelenk behält und dass man bis zum Einsetzen einer Knieprothese viele Jahre Zeit gewinnt. Oft kann ein künstliches Gelenk auch gänzlich vermieden werden. Die Um­stellungs­opera­tion gehört mittlerweile zu unseren Rou­tine­ein­griffen, wir nehmen sie sehr häufig vor. Durch die neue Technik des Aufklappens und der winkelstabilen Fixierung lassen sich exakte Operationsergebnisse erreichen. Die Opera­tion hinterlässt überwiegend sehr zufriedene Patienten, die wieder Sport treiben können.

Operationstechnik:

Der erste Operationsschritt besteht in der Ar­thros­kopie des Kniegelenkes. Im Wesentlichen werden dabei störende Meniskusreste und lockere Knorpelfragmente in der ver­schlis­se­nen Knie­hälfte entfernt. Und natürlich ver­ge­wis­sert man sich nochmals, ob die andere Knie­hälfte wirklich gesund ist.

Bei einem O-Bein (Varusarthrose) wird der eigent­li­che Eingriff (Osteotomie) dann unterhalb des Knies vorgenommen. Dies betrifft die über­wiegende Mehrzahl der Fälle. Bei einem X-Bein (Valgusarthrose) wird ober­halb des Knies operiert. Dies ist seltener der Fall.

Unter Röntgenkontrolle wird beim O-Bein der Schienbeinkopf mit einem Drahtstift mar­kiert, auf der Innenseite eingesägt und so weit aufgespreizt, bis die Knochenachse korrigiert ist. Das nötige Ausmaß des Aufspreizens ist auf den Röntgenaufnahmen vor der Operation festgelegt worden. (Der bisweilen schlechte Ruf der Umstellung beruht auch darauf, dass man aus technischen Gründen früher das ge­wünschte Ausmaß der Korrektur nicht erreicht hat, und die Operation ihren Zweck damit nicht erfüllen konnte.) In den entstandenen Spalt wird dann, ab­hängig von seiner Größe, oft Knochen aus dem Beckenkamm oder Kunstknochen ein­gelegt. Dies deshalb, weil die Knochen­heilung dann sicherer und schneller vonstattengeht. Abschließend wird der Knochen in seiner neuen Position mit einer sehr stabilen Spezial­platte fixiert.

1. gerades Bein; X-Bein; O-Bein

2. O-Bein: Belastung innere Kniehälfte

3. Hautschnitte

4. Knorpelverschleiß auf der Innenseite

5. Intakter Knorpel und Meniskus auf der Außenseite

6. Aufspreizen, Röntgen

7. OP-Schema

8. fixierte Platte Unterschenkel

9. fixierte Platte Oberschenkel

Nachbehandlung:

Die verwendete Platte ist so stabil, dass man keine äußere Fixierung braucht .Das operierte Bein darf vom ersten Tag nach der Operation an bewegt werden. Allerdings muss man 6 Wochen Krücken verwenden und darf nur teil­belasten. Mit Bewegungsübungen wird noch in der Klinik begonnen. Der stationäre Aufenthalt beträgt meist 5 Tage. Nach der Entlassung sollte man zweimal in der Woche zur Krankengymnastik gehen. Meistens erfolgt 1 Monat nach der OP eine 3-wöchige stationäre Reha. Dies ist die Phase, in der man wieder auf Vollbelastung ohne Krücken übergehen kann. Die eingebrachte Metallplatte wird etwa 1 Jahr nach der Operation wieder entfernt. Dies kann im Rahmen eines unkomplizierten am­bulan­ten Eingriffes erfolgen. Man darf danach sofort vollbelasten.

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