Syndrome der Glutealsehnen / Greater Trochanteric Pain Syndrome (GTPS)

Grundsätzliches:

Die Sehnen des Gluteus-medius- und Gluteus-minimus-Muskels ziehen von der Beckenschaufel zu einem großen Knochenvorsprung am hinteren Oberschenkel, dem großen Rollhügel (Trochanter major). Sie sind die wichtigsten Muskeln des Beckengürtels, weil sie beim Gehen in der Schwungphase das Becken stabilisieren. Überlastungen und Reizzustände an diesen Sehnen können sich in Schmerzen und hinkendem Gangbild äußern, oft besteht um den Sehnenansatz eine Entzündung („Bursitis trochanterica“). Schmerzen können von hier aus entlang des seitlichen Oberschenkels und in das Gesäß ziehen.

Insuffizienzen oder Risse der Glutealsehnen können – bei Verwendung bestimmter Zugangswege – auch nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes auftreten. Aus diesem und einigen weiteren Gründen verwenden wir im ZFOS nur muskelschonende, minimalinvasive Zugänge für die Implantation einer Hüftendoprothese.

Solange keine Schäden der Sehnen bestehen, helfen oft ein gezieltes Muskelkoordinationstraining und Injektionen an dieser Stelle, die den Entzündungszustand dämpfen (Cortison) und die Regeneration der Sehnen und des umliegenden Gewebes fördern (Eigenbluttherapie: ACP/PRP). Auch wenn kleine Risse der Sehnen vorliegen, die Funktion aber noch erhalten ist, kann mit dieser konservativen Therapie eine Heilung herbeigeführt werden.
Bei vollständigen Sehnenrissen und Verlust der stabilisierenden Funktion dieser Muskeln sowie ausbleibendem Erfolg der konservativen Therapie können die Sehnen in einem operativen Eingriff wieder befestigt werden. Voraussetzung dafür ist jedoch eine gute Substanz der Muskulatur ohne Degenerationserscheinungen nach dem Riss. Daher wird für die Diagnose und Wahl der Therapie neben dem Ultraschall und Röntgen auch ein MRT der Hüfte angefertigt.

Operationstechnik:

Der Eingriff erfolgt in der Regel in Vollnarkose in Seitenlage. Direkt über dem Ansatzareal der Glutealsehnen wird über einen kleinen Hautschnitt das entzündlich veränderte Gewebe („Bursa“) entfernt. Danach am Knochen eine kleine Nut gefeilt, in die die Sehnen einwachsen sollen. Die Sehnen werden von Verklebungen befreit. Eine mit starken Fäden versehene kleine Schraube (Fadenanker) wird dann in den Knochen eingedreht und die Sehnen mit den Fäden an den Knochen gezogen.

Nachbehandlung:

Um ein unkompliziertes Einheilen der Sehnen zu ermöglichen, darf im Anschluss an eine Rekonstruktion der Glutealsehnen das operierte Bein für einen Zeitraum von ca. 6 Wochen an Gehstützen nur mit einem Teil des Körpergewichts, in der Regel ca. 20kg, belastet werden. Außerdem sollten Bewegungen vermieden werden, die Zug auf die Sehnen bringen, wie aktives Abspreizen oder tiefe Beugung. Damit dies leichter fällt, wird in der Regel eine Hüftbandage verschrieben, die diese Bewegungen einschränkt.

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