FUSS- UND
SPRUNGGELENKS-
OPERATIONEN



Hallux valgus-Operationen

03.2011

Grundsätzliches:

Hauptursache für die häufigsten Deformitäten am Vorfuß, den Hallux valgus und die Krallen­zehen, ist der Spreizfuß (Verbreiterung des Vorfußes und durchgetretenes Quergewölbe, Abb. 1). Dies ist meist erblich bedingt und Fol­ge lo­ckeren Bindegewebes. Begünstigt wird die Fehlstellung durch spitz zulaufende Schuhe

mit hohen Absätzen (Abb.2). Das Reiben des her­vor­stehenden Groß­zehen­ballens am Schuh kann zu dessen schmerz­hafter Rötung und zur Schleim­beutel­ent­zün­dung führen. An den kleineren Zehen entstehen Hammerzehen und durch den ständigen Druck im Schuh häufig Hühner­augen (Abb.3).

Frauen sind von der Fehlstellung viel öfter be­troffen als Männer.

Die Deformität der Zehen nimmt über die Jahre langsam zu. Sie kann leider durch keine nichtoperative Maßnahmen, beispielsweise Einlagen oder Schienen, aufgehalten werden. 

Operationstechnik:

Ziel der Operation ist es, die Zehen wieder gerade zu stellen, das schmerzhafte Überbein zu entfernen, den Fuß zu verschmälern und die Gelenkfunktion zu erhalten. Hunderte von Op-Methoden sind beschrieben. Bewährt haben sich nur wenige.

Bei mittelgradig ausgeprägtem Hallux valgus führen wir die Chevron-Osteotomie oder die  

Scarf-Osteotomie durch. (Abb. 4 und 5) Dabei wird der erste Mittelfußknochen durch­trennt und um bis zu 5 mm in Richtung Fuß­außen­rand geschoben. Der Mittelfußknochen wird wieder geradegestellt und mit ein oder zwei Schrau­ben fixiert. Zusätzlich erfolgt zur Geradestellung der Großzehe ein kor­rigie­ren­der Kapseleingriff am Groß­zehen­grund­ge­lenk.

Ergänzend dazu kann zur Korrektur der Groß­zehe auch noch eine knöcherne Be­gra­di­gung
durchgeführt werden (Akin-Osteotomie, Abb. 6). Bei schweren Fehlstellungen oder bei einer Arthrose im Mittelfußgelenk wird die Kor­rek­tur durch Versteifung im ersten Mit­tel­fuß­ge­lenk erreicht (Lapidus-Arthrodese). Hier wird ein Metallplättchen verwendet.

1. Hallux valgus mit Ballenbildung  2. hohe Absätze  3. Krallenzehe  4. Chevron-Op  5. Scarf-Op  6. Akin-Op  7. schwere Deformität  

8. mittlere Deformität  9. nach Scarf- und Akin-Op

Nachbehandlung:

In den ersten Wochen nach der Operation muss der operierte Fuß geschont und zwischenzeitlich immer wieder hochgelagert werden. Gehstöcke werden je nach Op-Methode von wenigen Tagen bis zu einigen 

Wochen verwendet; eine Gipsruhigstellung wird nicht erforderlich. Für 6 bis 8 Wochen muss ein spezieller Ver­bands­schuh getragen werden, damit der durch­trennte Knochen wieder zu­sam­men­wach­sen kann. 

Zur Stabilisierung der Großzehe wird zwei Wochen lang ein Spezialverband angelegt. Danach wird eine Zehenbandage getragen.