Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Sie verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein und ist entscheidend für Bewegungen wie Gehen, Laufen oder Springen.
Die häufigste Erkrankung in diesem Bereich ist die Achillessehnenentzündung bzw. Achillessehnenreizung. Besonders häufig betroffen sind Läufer und sportlich aktive Menschen.
Ursachen von Achillessehnenbeschwerden
In vielen Fällen entsteht die Reizung durch Überlastung der Sehne. Typische Auslöser sind:
- Veränderungen des Trainingsumfangs
- ungewohntes Schuhwerk
- harte oder wechselnde Bodenverhältnisse
- intensive Lauf- oder Sprungbelastungen
Ein typisches Symptom ist der sogenannte Anlaufschmerz: Schmerzen treten vor allem morgens nach dem Aufstehen oder zu Beginn einer sportlichen Aktivität auf und lassen während der Bewegung häufig wieder nach.
Teilriss der Achillessehne
Neben dem vollständigen Riss kann es auch zu Teilrissen der Achillessehne kommen. Dabei reißen einzelne Sehnenfasern oder Faserbündel.
Typische Beschwerden sind:
- zunehmende Schmerzen während der Belastung
- Abbruch der sportlichen Aktivität
- wiederkehrende Beschwerden nach Trainingspausen
Zur sicheren Diagnose wird häufig eine MRT-Untersuchung durchgeführt, um eine Sehnenreizung von einem Teilriss zu unterscheiden.
Haglund-Exostose und Fersensporn
Schmerzen im unteren Bereich der Achillessehne können auch durch knöcherne Veränderungen entstehen.
Dazu gehören:
- Haglund-Exostose: ein Knochenvorsprung am Fersenbein
- oberer Fersensporn: Verkalkung im Bereich des Sehnenansatzes
- Diese Veränderungen können zu Reibung der Sehne am Knochen führen und Entzündungen des Schleimbeutels verursachen.
- Behandlung der Achillessehne
- Konservative Therapie
Die meisten Achillessehnenbeschwerden werden zunächst nicht operativ behandelt. Dazu gehören:
- Anpassung des Trainings
- Physiotherapie
- Einlagen oder Schuhanpassung
- entzündungshemmende Maßnahmen
Frische Teilrisse heilen in vielen Fällen ebenfalls unter konservativer Behandlung aus.
Operation
Bei chronischen Beschwerden oder strukturellen Veränderungen kann eine Operation notwendig werden.
Je nach Ursache kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz:
- Entfernung entzündeter Sehnenscheiden und Narbengewebe
- Entfernung krankhaft verdickten Sehnengewebes bei Tendinose
- Abtragung einer Haglund-Exostose am Fersenbein
- Entfernung eines Fersensporns und ggf. Refixation der Sehne mit einem Knochenanker
- Nachbehandlung nach der Operation
Die meisten Eingriffe erfolgen ambulant. Die Rehabilitation ist meist schneller als nach einem Achillessehnenriss.
Typischer Verlauf:
- Ruhigstellung mit Gipsschiene für etwa 2 Wochen
- Gehstützen in der frühen Phase
- bei Haglund-Operation zusätzlich Vacoped-Stiefel für etwa 4 Wochen
Die Rückkehr zum Sport ist meist möglich:
nach etwa 2 Monaten bei Sehnenscheidenoperationen
nach etwa 3 bis 4 Monaten bei Haglund-Operationen
Fazit
Achillessehnenbeschwerden sind besonders bei sportlich aktiven Menschen häufig. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung können helfen, chronische Schäden der Sehne zu vermeiden und eine schnelle Rückkehr zum Sport zu ermöglichen.